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Das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ist eines der wichtigsten Themen heute. Wir brauchen viele neue Ideen und müssen diese zunächst in kleinem Maßstab ausprobieren. Mit dem Kreativquartier CityNord hat die Landesregierung in Essen ein Experimentierfeld ausgewiesen, das auf Grund seines hohen Migrantenanteils und seiner zentralen Lage beste Voraussetzungen für Ansätze bietet, über Kunst und Kreativität Inklusion in Situationen zu erreichen, in denen andere Wege nicht so gut funktionieren.

Wir brauchen Gruppen von Deutschen und Migranten, die an gemeinsamen Projekte zusammen arbeiten. Wohnsituationen, in denen gemeinsam eine Werkstatt betrieben wird, wo gemeinsam Internet-Projekte verfolgt werden und vieles mehr. In unserem Fall kann Inklusion über die Musik erfolgen. Für einen solchen Ansatz sind die Startbedingungen gut, denn es existiert bereits eine Gruppe von Deutschen und Roma, die als Roma.Art.Action im HipHop-Bereich höchst aktiv ist. Mehr dazu hier... Diese Gruppe wohnt verstreut über das Ruhrgebiet, die Roma-Mitglieder haben Probleme mit ihrer Duldung in Deutschland, und die Gruppe als Ganzes hat Probleme, Räume für Proben, Besprechungen und kleinere Veranstaltungen zu finden. Durch die intensive Vernetzung der Akteure im Kreativquartier CityNord ist der Kontakt zur Nachbarschaft / Kreativquartier entstanden.

Reinhard Wiesemann, selbst Bewohner des Kreativquartiers und Eigentümer des Kreativenzentrum "Unperfekthaus" und des Mehrgenerationenhauses ist bereit, sich als wohlmeinender, engagierter Vermieter des rechts beschriebenen Penthauses auf dieses Experiment einzulassen, das durch eine fachkundigen Beirat unterstützt wird. Dank auch an Jobcenter und Sozialamt, die für einzelne Bewohner sogar in diesem unüblichen und experimentellen Projekt die gleichen Mietzahlungen übernommen haben, die auch in "normalen" Wohnformen übernommen worden wären.

Musiker-WG

200qm Penthaus in der Rottstraße 24, Essen-Zentrum. Darunter sind Büroräume, abends dürfte es also keine Lärmprobleme mit Nachbarn geben, wenn man die Fenster geschlossen hält und nicht ZUVIEL Krach macht. Kefaet sagte schon, dass sie nicht allzu laut sein werden und Rücksicht nehmen. Am 21.7.16 haben wir einen Test gemacht, bei dem die Musiker typische Musik machten: Im Besprechungsraum direkt darunter hörte man die Musik leise im Hintergrund, in der Steuerkanzlei darunter hörte man nichts. Die Situation wurde von allen Betroffenen als akzeptabel empfunden, alle unterstützen das Projekt. Beispiel für diese Musik siehe dieses YouTube-Video ab 1:06:30


Aussenansicht Gemeinschaftsraum Flur WC

Begleitung, Aussenwirkung, Perspektive

Der Musiker-WG steht ein Beirat zur Seite, der das Projekt berät und wohlwollend begleitet. Der Beirat besteht aus Konstantin Adamopoulos (künstlerischer Pfadfinder der RWE-Stiftung im Kreativquartier), Hamit Avdo (Kosovarischer Solidaritäts- und Hilfsverein), Prof. Stefan Heinemann (Prorektor der FOM Hochschule), Tuncer Kalayci (Kommunales Integrationszentrum Essen), Willi Overbeck (interreliös Beauftragter der evangelischen Kirche in Essen), Thomas Rüth (Sozialarbeiter) und Reinhard Wiesemann (Hausbesitzer und Kreativ-Unternehmer). Rechtliche Beratung kam innerhalb weniger Stunden von der im Kreativquartier Essen CityNord ansässigen Kanzlei juraxx Piegsa & Rimrott - ganz herzlichen Dank dafür!

Die Musiker-WG soll Aussenwirkung erlangen, und in das Kreativquartier integriert werden. Wir sollten überlegen, von vornherein ein TV-Team einzuladen, über das Projekt zu berichten. Reinhard Wiesemann wird als Hausbesitzer ein Schild am Haus anbringen
"Musiker-WG Roma.Art.Action" und über seine Kanäle das Projekt bekannt machen und immer wieder ins Gespräch bringen. Er wird den Bewohnern 100€ pro Monat dafür zahlen, wenn sie Wohnzimmerkonzerte oder Gesprächskreise in der WG veranstalten, zu denen auch Nachbarn und Kulturschaffende eingeladen werden. Bei den Einladungen wird er helfen.

Ziel muss ein, nicht nur eine menschliche Integration, sondern auch wirtschaftliche Eigenständigkeit der Musiker durch Arbeits- und Musiktantiemen-Einkommen zu erreichen. Einbettung in existierende Strukturen (Gema,...) dazu soll erfolgen.

Grußwort

Das Kreativquartier Essen City.Nord lebt von frischen Ideen, von Begeisterungsfähigkeit und dem Mut, neue Wege einzuschlagen. Auf diese Weise ist in dem früheren Problemviertel schon sehr viel erreicht worden, was noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte. Künstlerische Initiativen und ungewöhnliche Wohnformen sind entstanden. Ateliergemeinschaften üben das künstlerisch inspirierte Miteinander, und junge Start-ups finden in der City Nord ein viel versprechend originelles Umfeld.

Jetzt startet gerade wieder ein neues Experiment, über das ich mich sehr freue. Eine Wohngemeinschaft wird in diesen Tag gegründet, deren Mitglieder völlig unterschiedliche Biografien haben, denn sie sind Roma, Moslems und deutsche Christen. Die Liebe zur Musik hat sie zusammengeführt, und ich bin gespannt, ob sie noch mehr Gemeinsamkeiten entdecken. Eine interessante Erfahrung wird dieses multikulturelle Zusammenleben und -arbeiten allemal, ganz gleich, ob ein beispielgebendes Gesamtwerk daraus wird oder „nur“ ein Satz in der Sinfonie gelebter Vielfalt.

Auf jeden Fall sind schon allerhand gemeinsame Unternehmungen geplant, die die Quartiersentwicklung weiter voranbringen können. So soll es Wohnzimmerkonzerte geben, zu denen die Nachbarschaft eingeladen wird – wieder eine neue Möglichkeit des Kennenlernens. Ich hoffe, ich bekomme auch eine Einladung, obwohl ich ja (noch) nicht nebenan wohne.
Unterschrift
Andreas Bomheuer
Beigeordneter für Kultur, Integration und Sport der Stadt Essen

5. Dezember 2016
Zimmer Bad Zimmer
Musiker-WG-Grundriss

6 Zimmer als persönliche Ruhezonen für die Bewohner PLUS große Küche&Gemeinschaftsraum, 2 WCs, erstklassiges Bad. Die Musiker-WG zeigt, dass in Deutschland VIELE verschiedene Lebensarten möglich und akzeptiert sind.

Bewohner

Kefaet Prizreni, Selami Prizreni, Sebastian Ohsmer, Yusef Amrani, Abil Misini

Die WG-Wohnung wird an alle Bewohner als Ganzes vermietet. Wenn ein WG-Mitglied auszieht, müssen die anderen einen Nachfolger suchen - anders geht das auch nicht, denn die Bewohner müssen sich menschlich verstehen. Solange ein Nachfolger nicht gefunden ist, müssen die verbleibenden Bewohner entsprechend mehr zahlen, so dass die Gesamtmiete der Wohnung weiter gezahlt wird. Falls Miete nicht oder nur teilweise gezahlt wird, steht dem Vermieter gemäß §573 Absatz 2 Punkt 1 das Kündigungsrecht für die gesamte Wohnung zu.

Kosten

7€/Qm + Nebenkosten (bisherige Nebenkosten waren 350€ für Heizkosten + 200€ für sonstige Nebenkosten = 550€) ergibt 1400€ Miete, also bei 5 Bewohnern 280€ pro Kopf KALTmiete. Wenn die Nebenkosten unverändert sind und die Bewohner sparsam heizen dann fallen also bei 5 Bewohnern Nebenkosten in Höhe von 110€ pro Kopf an. Gesamtmiete also voraussichtlich 390€ pro Kopf bei sparsamer Heizung.

Die vorhandene Küche (ohne Kühlschrank) will die WG vom Vormieter übernehmen.


Vermieter: Reinhard Wiesemann, Friedrich-Ebert-Str. 18, 45127 Essen, 0201 84735-0, info@unperfekthaus.de

Dank an die Hausverwaltung Schmidt, dass sie sich auf dieses ungewöhnliche Projekt eingelassen hat und an die Nachbarn im Haus, die es mit tragen!

 

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